Kosten nach Umzug absetzen

Kosten nach Umzug absetzen

Wenn man aus beruflichen Gründen umziehen muss, können viele Kosten als Werbungskosten absetzen. Aber auch hier gibt es Ausnahmen.

Der Bundesfinanzhof hat mit Urteil vom 19.4.2012 (Az. VI R 25/10) entschieden, dass nur tatsächlich angefallene Aufwendungen Werbungskosten sein können, nicht jedoch eine entgangene fiktive Miete bei Leerstand der Eigentumswohnung. Der Bundesfinanzhof lässt deshalb auch keine Absetzung für Abnutzung (Wertminderung) für den Zeitraum des vorübergehenden Leerstandes zu. Die Steuerpflichtigen in dem entschiedenen Fall wollten eine Gleichbehandlung mit Beamten, denen nach dem Bundesumzugskostengesetz eine Entschädigung in diesen Fällen zusteht.  

Sonstige Aufwendungen nicht vergessen

Der NVL e.V. weist jetzt ausdrücklich darauf hin, dass jedoch die tatsächlich angefallenen Kosten für Heizung, Versicherung oder Bewachung abziehbar sind. Bei Auszug aus einer Mietwohnung kann die Miete bis zum Ablauf der Kündigungsfrist als Werbungskosten abgezogen werden. Kann die neue Wohnung nicht gleich bezogen werden, ist für diese Wohnung die Miete abziehbar. Zu den Umzugskosten zählen auch Aufwendungen für die Wohnungssuche, für den Transport, für Reisekosten am Umzugstag, für erforderlich neue Kochherde oder für Nachhilfeunterricht der Kinder.

Pauschalen beachten

Zusätzlich können die vielen kleinen Umzugsaufwendungen für das Einrichten am neuen Wohnort mit einer Umzugskostenpauschale berücksichtigt werden. Ab 1.1.2012 beträgt die Pauschale für Verheiratete 1.314 Euro und für Ledige 657 Euro. Für weitere Personen, die im Haushalt mit umziehen, kommen je 289 Euro hinzu. Wer innerhalb von fünf Jahren erneut beruflich umzieht, erhält um 50 Prozent höhere Pauschalen.

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